Schaubergwerk und Museum Oberzeiring

Marktplatz 5, 8762 Oberzeiring

Geschichte des Bergbaues in Oberzeiring

Durch frühgeschichtliche Funde kann der Silberabbau in diesem Gebiet im oberen Pölstal schon um 1000 v. Chr. nachgewiesen werden. Oberzeiring mit dem ehemaligen größten Silberbergwerk der Steiermark wurde 1265 erstmals urkundlich erwähnt und 1279 zum Markt erhoben. Oberzeiring war bis ins späte Mittelalter für sein bedeutendes Silberbergwerk berühmt. Bereits im 13. Jahrhundert war Oberzeiring im Besitz aller Rechte einer Bergstadt. Besonders bedeutsam war das 1284 verliehene Münzrecht zum Prägen des silbernen "Zeyringer Pfennigs". Der Markt war bis 1663 auch der Sitz des Berggerichtes.

Im Zeiringer Erzberg wurde im Mittelalter der bedeutenste Silberbergbau der Habsurgerländer betrieben. Seine Hochblüte erlebte das Zeiringer Bergwerk ende des 13. Jahruhunderts. Die Arbeiten in einem mittelalterlichen Bergwerk war hart und beschwerlich. Die Kriechstollen waren niemals höher als 1,20 Meter. Darin arbeiteten die Knappen teilweise knieend und liegend. Es wurden auch Kinder zur arbeit in den engen Stollensystemen eingesetzt. Zur Beleuchtung wurden Tonlampen verwendet. Das herausgeschlagen Gestein wurde in sog. Erzschüsselen oder aber in kleinen Lederbeutel gefüllt, die auf den Rücken von Hunden aus dem Stollen hinaustransportiert wurden. Laut der Chronik sollen über 1400 Bergleute in dieser Zeit beschäftigt gewesen sein. Ob es wirklich soviele Bergleute gewsen sind ist nicht bestätigt. Aber eines ist klar um so ein großes Bergwerk in der damaligen Zeit betreiben zu können braucht es eine menge Menschen. Nicht nur Bergleute verdienten sich hier ihr tägliches Brot. Man benötigte viele geschickte Handwerke wie z.B Schreiner und Werkzeugmacher. Auch Köhlerein muss es gegeben haben, da das Erz vorort zu Silber und in weiterer folge zu den berühmten Zeyringer Pfennigen weiter verarbeitet wurde. Mit sicherheit kann man sagen im 13. und bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts lebten in Oberzeiring mehr Menschen als Heute. Und es war ein reicher Ort. Aber  mitte des 14. Jahrhundert kam der Bergbau zum erliegen. Es gibt viele Mythen und Theorien über den untergang des zeiringer Bergbaues. Die wahrscheinlichste Erklärung ist ganz einfach und simpel. Das Bergwerk ist  1361 "abgesoffen". Laut geschichte hat kein Bergmann das Grubenunglück überlebt.

Immer wieder wurde in den folgenden Jahrhunderten erfolglos versucht das Wasser aus dem Berg zu pumpen um an das silber zu kommen. Viele Persönlichkeiten, darunter Kaiser Maximilian I(1506) und Kaiserin Maria Theresia(1738-1746), versuchten den Stollen trocken zu legen. Die letzten Trocknlegungsversuche erfolgten 1922-1924 unter der Leitung von Dr. Setz.

Neben Silber wurden im Oberzeiringer Bergwerk auch Eisenerz und mehr als 30 verschiedene Mineralien gefunden. Darunter auch der einzigartige Zeiringit. Er wird nur in Oberzeiring und an einem Ort in Japan gefunden. Allerdings ist das Vorkommen von Zeiringit in Oberzeiring schon so gut wie erschöpft.