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Mineralien Teil 1

Die Zeiringer Lagerstätte umfasst den näheren Ortsbereich der Gemeinde Oberzeiring. Es gab hier Zeiten, wie auch schon in der historischen Übersicht dargelegt wurde, eine Reihe von Ausbauten (Stollen, Gesenk und Schächte), von denen aber heute nur mehr die Piergrube durch 2 Tagesöffnungen zugänglich ist.

SchwertspatAlle älteren Auffahrungen, wie z. B.:

  • Das Gesenk vom sogenannten „Egghartkeller“,
  • der Hauptschacht im Münzhaus (Herrenschacht),
  • die Tageinfahrt in die alten Baue auf Seehöhe 970 m,
  • der Stollen beim Marktbrunnen,
  • der sogenannte „Antoni – Kunstschacht“,
  • das Lamplwirtgesenke (im „Feebergerhaus“),
  • der Stollen bei der Knappenkirche (Elisabethkirche),
  • der Zoratschacht

und weitere Baue oberhalb des westlichen Ortseinganges von Oberzeiring sind derzeit nicht mehr zugänglich.

Die Piergrube ist nun als Schaubergwerk der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Der Zugang befindet sich im Keller des vormaligen Pfarrhauses, ärarischen Berghauses und Bürgerspitals, der andere in einem kleinen Steinbruch (auch „Kumpfelsen“) genannt) in etwa 1025 m Seehöhe und führt in das sogenannte „Pierer – Gesenke“.

Nach dem mittelalterlichen Wassereinbruch setzten alle Wiedergewältigungsversuche der Zeiringer Baue in der Piergrube ein, und daher ist es verständlich, dass es über diesen Bau schon eine Reihe von Berichten, die vor allem auch Wasserstandsmessungen betreffen, gibt.

Namentlich seien hier die Berichte von DEADDA (1743) und GALL (1738), eine Karte eines unbekannten Autors (möglicherweise GALLS), die Zusammenstellungen APFELBECKs und eine Karte, die zur Zeit von SETZ nach mehreren alten Unterlagen zusammengestellt worden war, erwähnt. An modernen Bearbeitungen sind die W. PETRASCHECKs (in: REDLICH 1931) und Neubauers zu nennen. Dieser hat zwar erst 1952 über die Piergrube berichtet, doch sind durch seine Neuaufnahme und durch Angaben aus unveröffentlichten Quellen einige neue Gesichtspunkte, die die Vorlage einer eigenen Karte rechtfertigen, hinzugekommen. 1225 wurde zum ersten Mal im Zeiringer Raum mit einem Bau, nämlich der Piergrube, unter die Talsohle vorgestoßen. Dort baute man damals zwischen 900 und 950 m Seehöhe. 1642 lag der Wasserspiegel unter dem Mundloch in 30 ½ Klafter (57 m) saigerer Höhe, 1643 in 30 m Klafter (57,7 m) saigere Höhe = 50 Klafter (94 m) flacher Fahrt.

MILLER-HAUENFELS (1859 b) berichtet, dass der Wasserstand zu seiner Zeit 27 Klafter (51 m) unter dem Keller des Spitalhauses lag.

APFELBECK maß einmal (Mai 1918) den Wasserstand im Pierschacht mit zirka 86 m, das andere Mal mit 51,3 m. Es steht wohl außer Zweifel, dass er dabei von zwei verschiedenen Fixpunkten ausgegangen ist.

Nach SETZ (23.12.1922) betrug der Wasserzufluss in der Piergrube damals zwischen 30 und 40 l/sec.

Das Bergwerkskonsortium, das zu Beginn der Zwanzigerjahre unseres Jahrhunderts an die Sümpfung der alten Baue schritt, schilderte den Betrieb zweier Pumpenanlagen. Weiters wurde damals nach einem Gutachten W. PETRACHECKs eine Bohrung nordöstlich des Pierschachtes abgeteuft.

CalcitSETZ (15. Januar 1924) berichtete über den Pumpenbetrieb und zwei Bohrungen: die eine, schon oben genannte, wurde von einer Wiese ostnordöstlich des Berghauses auf weniger als 826 m Seehöhe (das entspricht 124 Bohrmeter), die andere, eine seichte Schrägbohrung, vom Pumpschacht in der Piergrube aus, im Einfallen des Hauptganges, abgeteuft. Die tiefere Bohrung erreicht aber den Gang nicht, obwohl dieser auf alle Fälle – gleiches Einfallen wie in der benachbarten Piergrube vorausgesetzt – durchörtert hätte werden müssen. SETZ führte dies entweder auf eine Störung oder auf ein steileres Abtauchen des Marmors bzw. des Ganges zurück. Der Pumpschacht rührt noch von älteren Gewältigungsperioden her. Ein Rohr der Schrägbohrung ist heute noch zu sehen.

Im wasserfreien Teil der Grube wurden nach der Katastrophe natürlich auch noch die letzten Rücklässe hereingewonnen. Es ist daher heute praktisch unmöglich, noch Reste anstehenden Erzes aufzufinden. Aber selbst WASSINGER und der Hutmann Christof WOHLGEMUTH fanden um 1643 bzw. 1690 keine Silberspuren mehr, sondern je nur ein Stück „Eisenstein“ (SCHMUT 1904).

APFELBECK (29.10 1919) schlug aus dem seit 1738 entwässerten, tieferen Teil des Pierer – Gesenkes oberflächlich verwitterten Bournonit, weiters Bleiglanz und Fahlerz. Die Stücke ergaben bei einer Analyse einen Bleigehalt von 86 %; es handelte sich bei ihnen also um nahezu reinen Bleiglanz.

Nach einem Bericht des Bergbaukonsortiums zeigten Erzproben, die möglicherweise von der Piergrube stammen, einen Silbergehalt des Bleiglanzes von 832 g/t, des Fahlerzes (wohl: Bournonites) einen solchen von 956 g/t. Beide Proben enthielten außerdem 5 g/t Gold.

Die Aufnahme ergab eine Zerlegung des gesamten Gebietes in mehrere Schollen. Gleich nach der Einfahrt von der Rufstube („Bürgerspitalkeller“) kommt man durch den Pierschacht in eine große Zeche (die eigentliche „Piergrube“), die im Norden nach etwa 20 m von einer ONO – WSW – gerichteten Blattverschiebung (der „3. Kluft“ DEADDAs) abgeschnitten wird. Längs dieses Blattes wurde der nördlich von ihm gelegene Teil relativ um 33 m gegen W verschoben. Dieser Lagerstättenabschnitt nördlich und südlich der Einfahrt zählt zu den größten Abbauen der Grube. Die Zeche hat hier eine streichende Erstreckung von 80 m. Über die abgebaute Saigerteufe lässt sich keine Angabe machen, das die Tiefbaue ja, wie man es heute noch an zwei Stellen bemerken kann, unter Wasser stehen.

Im Süden wird diese Zeche in der Nähe eines dort befindlichen Schachtes von einer NW – SW – streichenden Störung, über die sich aber – da der Bereich heute nicht mehr zugänglich ist – nichts Näheres aussagen lässt, abgeschnitten. Längs dieser Störung wurde seinerzeit eine Strecke aufgefahren, der Bereich war nur kurz sichtbar, konnte aber, da er inzwischen wieder verbrochen ist nicht mehr eingemessen werden. Von hier aus führte auch der „Südstollen“ bis in die Gegend der derzeitigen Pfarrkirche.

Längs der vorerwähnten großen Blattverschiebung im Norden gelangt man auch in die höheren Zechenteile. Es ist nicht ausgeschlossen, dass hier in der Nähe des fälschlich „Bierschacht“ genannten Schachtes auch vererzte Partien aus dem Liegenden des Hauptganges hereingewonnen wurden. Dabei kann aber aufgrund des derzeitigen Aufschlusses nicht entschieden werden, ob diese Partien einem tatsächlichen Liegendgang zugehören oder ob es sich dabei lediglich um eine metasomatische Verdrängung tieferer Marmorlagen handelt.

Nördlich der Blattverschiebung, die mit 66° gegen N einfällt, führt die Strecke zuerst ebensöhlig in einer ovalen Form durch den Marmor. In diesem bemerkt man zwischen den seinerzeitigen Vermessungspunkten eine Kluft, die Barytspuren – außer an der hier angegebenen Stelle wurde Schwerspat nur noch ein Mal in Form einer geringmächtigen Schwarte südwestlich der Schächtegruppe gefunden - führte. Dieser Kluft wurde auch in einem etwas höher gelegenen Teil mit einer Strecke, die vom Punkt 15 zuerst gegen N, dann gegen NW und schließlich wieder gegen N führt, gefolgt. Die Kluft hatte hier ein Streichen von 6/ 186 und fiel mit 85° gegen O ein. Die Vererzung war in der zuletzt genannten Schrämstrecke sehr arm. Die Kluft ist zum Haupt- ein Hangendgang. Dieser war offensichtlich auch im südlich der Blattverschiebung gelegenen Teil, also in der Piergrube vererzt, denn es findet sich auf einer Karte GALLs in der Nähe des Punktes 12 die Bemerkung, dass hier im Hangenden ein kleines Trum Erz angebrochen wurde, welches 3 Loth Silber hielt. Es soll sich „indessen ganz verloren haben“, d. h., war offensichtlich auch hier nicht bauwürdig und stark verdrückt.

Nördlich der Blattverschiebung liegen die Baue bei der „Schächtegruppe“. Der Hauptgang fällt hier mit 46° gegen O ein und wird auch wieder von einer NO – SW – streichenden Blattverschiebung, die auch diesmal den nördlichen Teil gegen W verschoben hat, abgeschnitten. Die relative Verschiebungsweite beträgt 11 m. Auf der Karte DEADDAs ist dieser Teil des Hauptganges zwischen den beiden genannten Blattverschiebungen als Liegendgang eingetragen, doch steht es außer Zweifel, dass dieser Gang mit dem Hauptgang der Piergrube ident ist. Die Bänderung des Marmors fällt hier allgemein mit 25° gegen 160 bis 165 ein. Man findet immer wieder zum Teil sogar limonitische – Klüfte oder Ruscheln, die allgemein mit 43° – 75° gegen ONO bis O einfallen.

Der oberste Teil dieses Bereiches ist nicht zugänglich; möglicherweise bestand hier eine Verbindung zur Piergrube.

Bis zur Schächtegruppe stammen die alten Auffahrungen aus der Zeit vor GALL. Alle nördlich bzw. nordwestlich davon gelegenen Bereiche sind allem Anschein nach erst nach GALL (1738) aufgefahren und bebaut worden, denn sie sind in den älteren Karten GALLs nicht mehr enthalten, wohl aber finden sich schon einzelne Angaben darüber im Bericht DEADDAs, der bekanntlich nur etwas jünger als die GALLschen Aufnahmen ist.

Nordwestlich der Blattverschiebung bei der Schächtegruppe kommt man in einen schon vor der Vererzung durch eine zweischarige Zerscherung stark mitgenommenen Block. Die Lösungen benützten für ihren Aufstieg vor allem die N – S – streichenden und O – fallenden Rupturen. Wo diese Flächen über eine W – fallende Scherfläche aufeinander zuscharten, kam es zu einem (wenngleich beschränkten) Adel, im gegenständlichen Fall durch kleinen Abbau belegt. Man macht hier die interessante Feststellung, dass sich der Hauptgang nicht bei der Annäherung an den Hangenschiefer zerschlägt, sondern dass sich im Gegenteil mehrere Trümer hier zu einem (Haupt-) Gang vereinigen.

Den nördlichen Abschluss findet dieser Bereich in einer schon von NEUBAUER verzeichneten NO – SW – verlaufenden Störung, die jedoch nur eine sehr geringe Verschiebung verursachte.

Im Nordwesten gelangt man wieder in mächtigere und höhere Abbaue, die unter dem Namen „Pierer-Gesenke“ bekannt sind.

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(c) Verkehrsverein Oberzeiring